So leicht

So leicht

Die Sommernachmittage waren endlos.
Wir leckten Brausepulver aus der Hand,
die klebrigen Ränder störten uns nicht.
In die Seifenblasen passte die ganze Stadt
und flog mit ihnen davon.

Drehten wir uns wie kleine Kreisel,
bis wir lachend ins Gras fielen.
Oder unser Rücken an der warmen Hauswand,
oben die Wolken ziehen sehen
und das Haus langsam über uns stürzen.

Zwischen Himmel und Hölle ein Strich aus Kreide,
Paläste und Burgen auf Sand gebaut,
jeden Tag von Neuem.

Bewundert wurde, wer Steine übers Wasser springen ließ
und auf den Fingern pfeifen konnte.
Jeder wollte auf die höchste Mauer
und die Beine in den Himmel schaukeln.

Die Abendkühle bemerkten wir nicht,
bis uns jemand ins Haus rief.
Bevor wir alle unsere Abenteuer erzählen konnten,
holte die Müdigkeit uns ein.

Eine liebe Stimme trug uns in den Schlaf,
und es war beruhigend, das Ende der Geschichte schon zu kennen.
nie wieder war der nächste Morgen
So weit weg.

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© 2006 - zuletzt geändert von septembermond