Du hältst es mit den Turmfalken

Du hältst es mit den Turmfalken

Aus einsamer Höhe
siehst du hinab auf die Straßen,
durch die ich gehe,
schmähst die vorwitzige Elster
meidest die gesellige Krähe.

Du bleibst den Festen fern,
auf denen ich dich feiere.
Hängst mir aus sicherer Distanz
Malven in die Wolken,
die ich gerade eben (ich strecke mich)
nicht erreiche.

Zu deinen dunklen Stunden habe ich keinen Zutritt.
Begegnungen nur von langer Hand mit weitem Blick
und gut ausgeleuchtet,
die Gesten vorgeschrieben, die Worte abgezählt,
die Rollen klar verteilt.

Dann fliegst du wieder davon,
wirst meine Berührung
tagelang in deinen Händen halten,
sorgsam und knauserig,
bis meine Gegenwart aufgebraucht ist.

Und ich bleibe und frage mich,
ob ich dich will,
oder die sein, die du bist.

 Anfang  Meine Texte


© 2006 - zuletzt geändert von septembermond