Visualisierung

Visualisierung

Die Visualisierung ist ein mächtiges Werkzeug, ich will mich hier auf ihre Anwendung zur Aktivierung der Selbstheilungskräfte beschränken.

Durch einen Fall von Krebs in meiner Familie bin ich auf das Buch Wieder gesund werden. Eine Anleitung zur Aktivierung der Selbstheilungskräfte für Krebspatienten und ihre Angehörigen von Simonton, Simonton und Creighton gestoßen. Es ist nicht unproblematisch, kranke Menschen damit zu konfrontieren, dass Sie in der Lage sein könnten, selbst aktiv an Ihrer Gesundung mitzuwirken. Allzu leicht wird diese Aufforderung, Verantwortung zu übernehmen, mit einer Schuldzuweisung verwechselt: Wenn ich Einfluss auf meine Genesung habe, habe ich auch meine Erkrankung verschuldet.
Die Autoren des Textes sind sich dieser Gefahr bewusst und stellen sehr entschieden die Chance in den Vordergrund. Die Chance, die es bedeutet, Verantwortung für die eigene Genesung zu übernehmen.
Sehr behutsam werden Leser und Leserin an die Zusammenhänge zwischen emotionalen und mentalen Vorgängen einerseits und körperlichen Reaktionen andererseits herangeführt. Die Autoren beschreiben die physiologischen Vorgänge einer Krebs-Erkrankung, kommentieren empirische Studien, skizzieren Krankheitsverläufe und berichten viel aus ihrer langjährigen Erfahrung, in der sie eigene Methoden für den Umgang mit der Erkrankung entwickelt haben.
Schließlich finden sich genaue Anleitungen für Übungen zur Visualisierung, die zur Verinnerlichung einer positiven Grundhaltung gegenüber der Krankheit dient. Dabei wird nie die Schulmedizin verteufelt, die Visualisierung soll die traditionelle westliche Medizin nicht ersetzen, sondern vielmehr unterstützen.

Konkret soll sich der Patient mit dem Krankheitsprozess in seinem Körper genau auseinandersetzen. Er soll auf zellularer Ebene wissen, was in ihm geschieht, und was geschehen muss, damit die Heilung fortschreitet. Täglich muss er sich für eine bestimmte Zeit genau vorstellen, wie die schädlichen Zellen bekämpft werden und der Körper gesundet. Unterstützt wird die Vorstellung meist durch Zeichnungen vom Geschehen.

Diese Art der Aktivierung von Selbstheilungskräften leuchtete mir unmittelbar ein. Ich selbst lebe mit der Diagnose Multiple Sklerose. Wenn es mir auch sehr gut geht, bin ich doch immer auf der Suche nach Unterstützung für meinen Körper und ich denke, dass sich die Visualisierung gerade für die MS hervorragend eignet. Das Krankheitsgeschehen der MS sowie auch anderer Autoimmunkrankheiten ist gut vorstellbar, da es gilt, das fehlgeleitete, überreagierende Immunsystem zu dämpfen.

Bei meinen Übungen habe ich es vermieden, die Immunzellen, die sich gegen den eigenen Organismus wenden, als "böse" oder Feinde zu visualisieren, wie bei Simonton häufig Krebszellen. Stattdessen stelle ich sie mir verwirrt und orientierungslos vor, was sie nicht zu mächtig werden lässt.

 Anfang  Lebenshilfen


© 2006 - zuletzt geändert von septembermond

Kuerbis